Hauptseite

Aus Reclaim The Forest

Über uns

Als wir Reclaim The Forest gegründet haben, befanden wir uns in derselben Situation wie viele andere BPoC, die in hektischen, mehrheitlich-weißen Städten leben. Uns zeichnete Neugier für die Natur außerhalb der Städte aus und die Lust, diese zu erkunden. Angebote in diese Richtung richten sich jedoch implizit oder explizit an eine ältere, weiße, bürgerliche Zielgruppe.

Hinzu kommt, dass BPoC in vielen Ecken des Landes mit offenem Rassismus rechnen müssen. Mikroaggressionen, Nötigungen und körperlichen Angriffe sind leider an der Tagesordnung. Während wir in "unseren" Städten gut Bescheid wissen, welche Viertel zu meiden sind, stellen uns ländliche Regionen, in denen teilweise rechtsradikale Parteien erheblichen Zulauf haben, vor größere Probleme. Wo kann man sorgenfrei mit der Familie hinfahren, entspannt einkehren oder übernachten? Und wo grüßt einem zu Beginn des Ausflugs schon das Hakenkreuz-Graffiti am Bahnhof, kann es schnell unangenehm oder gefährlich werden?

Wir haben uns vorgenommen, das zu ändern. Reclaim The Forest ist ein Outdoor-Projekt von BPoC für BPoC. Unser Ziel ist, gemeinsam Räume zu erschließen, die uns noch/traditionell verwehrt sind. Wir machen gemeinsam Ausflüge, wir wandern zusammen, wir eignen uns relevante Kenntnisse an, wir sammeln Informationen zu sichereren Orten und Angeboten für Aktivitäten in der Natur. Wir geben Menschen of Color, die mehr in die Natur wollen, aber von Naturschutzorganisationen oder Sportvereinen nicht mitgedacht werden, eine Stimme und setzen uns für Veränderungen in der Outdoor-Szene ein.

Das ist viel Arbeit. Wir wollen diese Themen nicht als NGO von "Expert*innen" bearbeiten, die für die Community und ihre Anliegen sprechen, sondern als Community-Projekt, das von den Menschen getragen wird, die von ihm profitieren. Unsere Aktivitäten leben von der gemeinsamen Beteiligung.

Let's reclaim the forest.

Vision

Outdoor-Aktivitäten für Menschen ermöglichen, die aufgrund der Auswirkungen von Rassismus von diesen oft ausgeschlossen werden. Die positiven Effekte des Aufenthalts in der Natur wollen wir den Menschen aus unseren Communities ermöglichen, die besonders auf die Erholung und das Durchatmen angewiesen sind. Gemeinsam werden wir uns Räume erobern, die uns traditionell verschlossen waren. Wir werden uns gegenseitig empowern, voneinander relevantes Wissen lernen und über die Grenzen unserer Viertel bzw. Städte hinaus die Natur erkunden, wandern, klettern, zelten.

Es ist uns besonders wichtig, dass wir innerhalb unserer Aktivitäten keine weiteren Aufschlüsse - bspw. von queeren Menschen, Arbeiter*innen oder Menschen mit Behinderungen - (re)produzieren.

Mission

In ersten Gesprächen haben wir fünf Arbeitsbereiche identifziert, mit denen wir uns in der Zukunft beschäftigen wollen: Gemeinsame Unternehmungen in der Natur von BPOC für BPOC, eine Datenbank für sichere(re) Aktivitäten, die Vermittlung von Outdoor-Kenntnissen (bspw. Ausrüstung, Sportarten lernen, Wissen zu Pflanzen und Tieren), Bildungsarbeit und Lobbying in der "Outdoor-Szene" sowie wissenschaftliche Forschung.

Aufgrund der andauernden Pandemie steht aktuell die Datenbank im Mittelpunkt, da man hier auch ohne persönlichen Kontakt Fortschritte machen kann.

Datenbank für sichere(re) Aktivitäten

Wir haben eine Reihe von Orten und Dienstleistern zusammengetragen, für die von Mitgliedern der Initiative oder unseren Communities nach bestimmten Kriterien eine Empfehlung ausgesprochen wurde.

Die Datenbank ist nach Bundesländern aufgeteilt:

Zielgruppe

Zu unserer Zielgruppe zählen wir alle Menschen, die Rassismuserfahrungen im Outdoor-Bereich gemacht haben. Dazu gehören auch diejenigen, die aufgrund von Rassismuserfahrungen in anderen Lebensbereichen fürchten, Rassismuserfahrungen im Outdoorbereich zu machen.

Da wir damit von Konzepten wie "BIPoC only!" abweichen, haben wir unsere Gedanken zum Thema in einem erklärenden Text aufgeschrieben.